Dicke „Keschde“ in Dannenfels ist Rekordbaum 2012

Die dickste Kastanie nördlich der Alpen

Die alte Kastanie von Dannenfels am Donnersberg ist am Internationalen Tag des Baumes am 25. April 2012 zum Rekordbaum, zum „Champion Tree 2012“ gekürt worden. Nach einem Gingko in Dröschkau und einem Urweltmammutbaum in Bad Nenndorf ist die dicke Keschde der dritte Champion Tree in Deutschland.

Dunkel und mächtig steht er da, sein knorriges Haupt in den trüben Aprilhimmel reckend, gestützt von einer kleinen Mauer: Der alte Kastanienbaum in Dannenfels in der Pfalz. Mehr als 450 Jahre hat er auf dem Buckel. Oder besser: auf dem Stamm. Der ist innen hohl und hat mittlerweile einen Umfang von gut neun Metern.

Die "dicke Keschde" von Dannenfels ist die älteste und dickste Kastanie nördlich der Alpen. Wohlgemerkt - der Edelkastanie, Castanea Sativa. Oder eben „Keschde”, wie der Pfälzer sie nennt. Diese hat ihren Ursprung in Kleinasien und wurde von den Römern in die Pfalz gebracht. Im milden Klima gedieh der Baum mit den essbaren Früchten gut. Das war vor etwa 1500 Jahren.

Heute gehört die Edelkastanie zur Südlichen Weinstraße genauso wie Wein und Zwiebelkuchen. Vor allem an den sonnigen Hängen des Haardtrands ist die Edelkastanie zu finden. Von Hauenstein über Annweiler bis nach Neustadt an der Weinstraße führt der Pfälzer Keschde-Wanderweg, auf den Speisekarten stehen Keschdebrieh und Keschdegemies und es regiert die Keschdekönigin.

Für Dannenfels wurde die dicke Keschde zum Wahrzeichen. Die Älteren erinnern sich, wie sie in ihrer Jugend den hohlen Stamm als Treffpunkt nutzten. Heute treffen sich die jungen Leute woanders, aber man feiert Keschdekerb im Herbst und nennt sich selbst „Keschdekepp”. Nur ein Ast schlägt noch aus und trägt Früchte, doch die Dannenfelser wollen ihren Keschdebaam noch lange erhalten.