Das Donnersberghaus

Das Donnersberghaus in Dannenfels wurde 1824/25 als Schulhaus erbaut und diente diesem Zweck bis zur Fertigstellung einer neuen Grundschule im Jahre 1966. Das zu diesem Zeitpunkt baufällige Gebäude wurde vom damaligen Turmbauverein Dannenfels e.V. übernommen, dem Vorgänger des heutigen Donnersbergvereines e.V. In einer rund vierjährigen Bau- und Renovierungsphase in weitestgehender Eigenleistung wurde eine grundlegende Erneuerung des Gebäudes durchgeführt; es sollte einen kulturellen Mittelpunkt verschiedenster Zielrichtungen für die gesamte Donnersbergregion darstellen. Am 24. Mai 1981 konnte das erneuerte Donnersberghaus erstmals der Bevölkerung vorgestellt werden. Das Haus bot einen großen Museumsraum, einen Vortragssaal, ein Dachatelier, einen Club-Raum im Keller und drei kleinere Zimmer, die als Büro, Archiv und Bücherei dienten. Nicht alle Erwartungen der ersten Jahre gingen in Erfüllung, und eine Neuorientierung mit einer Konzentrierung von Aufgaben und Zielen wurde erforderlich, um das Haus attraktiver zu gestalten.

Ein neues Konzept wurde im Donnersbergverein e.V. entwickelt und mit dem Pfalzmuseum für Naturkunde abgestimmt. Die finanzielle Unterstützung durch die Bezirksregierung, durch den Donnersbergkreis, durch die Verbandsgemeinde Kirchheimbolanden und durch die Gemeinde Dannenfels ermöglichten die Umsetzung der neuen Planung bis zum Frühjahr 1991. So konnte nach genau zehn Jahren der Bevölkerung ein neues Donnersberghaus vorgestellt werden. Das Donnersberghaus soll als Informationszentrum für den Donnersberg und sein Umland wirken. Der museale Charakter wird durch eine konzentrierte, aktuelle Information auf das Wesentliche unseres Lebensraumes abgelöst. Die Begriffe "Natur" und "Leben" bilden gleichberechtigte Schwerpunkte des Donnersberghaus; alle Inhalte werden durch Erweiterungen und Sonderausstellungen ständig ergänzt und aktualisiert. In diesem Sinne zeigt das Donnersberghaus mit den vorhandenen Dauerausstellungen ein Konzept, das einen großzügigen Spielraum für belebende Vertiefung und Ergänzung durch Vorträge und andere Informationsveranstaltungen bietet. Bewusst soll der Charakter eines Heimatmuseums vermieden werden. Die hier vorgestellten Schwerpunkte geben einen repräsentativen Querschnitt durch die Bereiche Naturwissenschaft und Lebensgeschichte am Donnersberg, wobei Dannenfels naturgemäß etwas stärker hervorgehoben wird.

Der untere Saal bietet als Schwerpunkt die geowissenschaftlichen Aspekte des Donnersbergmassives in seiner Umgebung. Hier wird der aussergewöhnlichen geologischen und mineralogischen Bedeutung unseres Hausberges Rechnung getragen. Ein plastisches Modell dient der Orientierung; Schautafeln, Bilder und Texte ergänzen die Ausstellungen von Gesteinen und Mineralen und erläutern ihre Entstehung. Eine Vitrine ist dem wohl berühmtesten Sohn von Dannenfels gewidmet: dem Geologen Carl Wilhelm von Gümbel, geboren 1823 in Dannenfels, geadelt, aufgrund seiner geognostischen Verdienste, 1898 als Ehrenbürger von München gestorben. Im Treppenhaus zum nächsten Stockwerk sind einheimische Holzarten in Form von Holzscheiben und als kolorierte Zeichnungen ihrer Knospen, Blüten und Blätter dargestellt.

Der obere Saal ist thematisch weiter gefasst, es werden hauptsächlich geschichtliche Themen des Donnersberggebietes behandelt. Dieser Saal ist zudem für Vortragsveranstaltungen und Sonderausstellungen vorgesehen.

Durch seine markante Gestalt in der Umgebung ist der Donnersberg zu allen Zeiten der Menschheitsgeschichte ein Anziehungspunkt gewesen. Neben einigen Werkzeugen aus der Steinzeit werden Funde aus der Epoche der Kelten auf dem Donnersberg ausgestellt. Ihre kulturelle Auswirkung auf unseren Raum wird anhand von Modellen, Rekonstruktionen und Schautafeln gewürdigt. Aus dem Mittelalter werden die Burgen des Donnersberges vorgestellt: Tannenfels, Wildenstein, Hohenfels und Falkenstein zeugen noch heute von der Attraktivität unseres Berges und auch die wenigen vorhandenen Fundstücke geben einen Eindruck vom mittelalterlichen Leben. Ein Modell des Hofgutes auf dem Donnersberg, das aus dem ehemaligen Kloster St. Jakob hervorgegangen war, leitet in die Neuzeit über.

Die Dorfentwicklung von Dannenfels ist anhand von Originalakten aus dem Ortsarchiv und Kartenmaterial aus dem Staatsarchiv Wiesbaden ab 1717 abgeleitet und in Zeitabschnitten dargestellt. Verträge, Erlasse, Rechnungen, Statistiken u.a. aus dem 18. und 19. Jahrhundert sowie Siegel der politischen Gemeinde bilden die Brücke zur heutigen Zeit. Sie findet ihre Darstellung in Fotografien mit Motiven von Dannenfels und seinen Bewohnern seit den fünfziger Jahren. Eine große Wandvitrine ist der Dokumentation unserer einheimischen Pflanzenwelt gewidmet: Ein Herbarium, überlassen von der Pollichia-Ortsgruppe Kirchheimbolanden, sowie eine Ausstellung von Samen und Fruchtständen einheimischer Waldgehölze stellen wieder den Bezug zur Natur her. Im Dachgeschoss ist ein Teil der einheimischen Tierwelt als Diorama aufgebaut. Ein anderer Teil des Raumes ist der Darstellung der Waldwirtschaft und des jagdlichen Brauchtums gewidmet, für die waldreiche Donnersbergregion prägende Bereiche. Für Interessenten steht in einer kleinen Bibliothek eine Auswahl wissenschaftlicher und kultureller, heimatbezogener Literatur zur Verfügung, die dort eingesehen werden kann. Überdies bietet der Gastraum im Kellergewölbe die Möglichkeit, bei einem guten Tropfen die dargebotenen Informationen im Gespräch zu vertiefen. Die Darstellungsform der Informationen über und um den Donnersberg bietet zusätzlich die Möglichkeit, kleinere Veranstaltungen in den Räumen des Donnersberghauses regelmäßig durchzuführen. Dies wird vom Volksbildungswerk und von der Kreisgruppe Kirchheimbolanden der Pollichia in Absprache mit dem Donnersbergverein zu allseitiger Zufriedenheit genutzt. So bietet das Donnersberghaus für jeden etwas und jeder, der ein Interesse am Donnersberg und seiner Umgebung hat, kann sich hier kostenlos über Natur und Leben informieren.

Eine schon von weitem sichtbare Attraktion des Donnersbergvereins e.V. ist der Ludwigsturm auf dem Donnersberg. Von ihm aus bietet sich bei geeigneter Wetterlage ein Rundumblick über die Pfalz zwischen Hunsrück, Saarland, Pfälzerwald, Odenwald und Taunus. In seinem Schatten feiert der Donnersbergverein e.V. jährlich im Frühherbst das "Turmfest".

Der Donnersbergverein e.V. freut sich über jedes neue Mitglied.